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Indonesien ist ein Vielvölkerstaat, der aus über 300 verschiedenen
ethnischen Gruppen besteht, die völlig unterschiedliche historische
Entwicklungen durchlaufen haben und damit teilweise auch zahlreiche
Probleme aufwerfen.
Was
viele vielleicht überrascht ist die Tatsache, dass der indonesische
Archipel eines der ältesten bewohnten Gebiete der Erde ist.
Der sogenannte Java-Mensch (homo erectus) lebte hier schon vor über
500.000 Jahren. Die meisten Vorfahren der heutigen Völker kamen
jedoch um 1000 v.Chr. aus Asien nach Indonesien. Später ließen
sich auch indische Händler und Siedler hier nieder. Diese führten
den Hinduismus und später auch den Buddhismus ein.
Mit den arabischen Händlern kam im 15. Jahrhundert der Islam
nach Indonesien und ist dort bis heute mit 86,9% die stärkste
Religion.
Im
19. Jahrhundert wechselten sich die Portugiesen, die Niederländer
und die Engländer sozusagen mit der Herrschaft über große
Teile Indonesiens ab. Im Zweiten Weltkrieg fiel Indonesien dann
unter japanische Herrschaft mit Sukarno als Statthalter. Nach der
Kapitulation Japans wurde ihnen allerdings die Unabhängigkeit
zurückgegeben, jedoch immer noch unter der Sukarno-Regierung.
Diese war durch Korruption und wirtschaftliche Probleme gekennzeichnet.
Außerdem gab es immer wieder Grenzstreitigkeiten mit Malaysia.
Sukarno vertrat eine antiwestliche Außenpolitik. Innenpolitisch
handelte er diktatorisch im Sinne einer kommunistischen Ideologie.
Nachdem er es sich schließlich auch noch mit seinen ehemaligen
Verbündeten, den Militärs, verdorben hatte, übernahm
1965 die Armee unter General Suharto die Macht.
Suharto
wurde 1968 zum Präsidenten ernannt und versprach die Rückkehr
zur Demokratie. Die Wirtschaft erholte sich zusehends, was aber
leider nicht von großer Dauer sein sollte. Als Ost-Timor 1976
von Portugal die Unabhängigkeit zurückerhielt, besetzte
die indonesische Armee gewaltsam das Land. Dies, wie auch die zunehmende
Auslandsverschuldung durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten
führte 1998 zu einer schweren Wirtschaftskrise, in der Suharto
zurücktrat. Die Unruhen im Land haben immer noch nicht aufgehört
und der Ruf nach (echter) Demokratie wird immer lauter, nicht zuletzt
wegen der lang anhaltenden Probleme in Ost-Timor, das zwar inzwischen
die Unabhängigkeit zurückerlangt hat, aber immer noch
von indonesischer Guerilla terrorisiert wird. Die neuen Unruhen
zwischen Moslems und Christen (Westkalimantan, Molukken, Lombok)
und die jahrelangen Unabhängigkeitsbewegungen in weiten Teilen
Indonesiens (Aceh auf Sumatra, Irian Jaya) sind auf problematische
Umsiedlungsprogramme und andauernde Ressourcenausbeutung der indonesischen
Regierung zurückzuführen. Nach dem Rücktritt Suhartos
wurde Habibie zum Übergangspräsident ernannt und im Oktober
1999 wurde Wahid zum neuen Präsident gewählt.
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